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[FYI] WinHEC: HD-Inhalte nur mit straffen DRM-Fesseln



<http://www.heise.de/newsticker/meldung/59033>

WinHEC: HD-Inhalte nur mit straffen DRM-Fesseln

Nach dem Willen der Unterhaltungsindustrie kommen hochauflösende 
digitale Inhalte nur unter strengen Auflagen auf den Windows-PC. Um 
eine effektive Verschlüsselung der Datenkanäle zu garantieren, nimmt 
Microsoft auf der WinHEC die Hardware-Entwickler und 
Treiberprogrammierer in die Pflicht.  

[...]

Man habe den Studios versprochen, die Sicherheit der Systeme mit 
steigender Prozessorleistung immer weiter hochzuregeln, vom mit 
Windows XP eingeführten Certified Output Protection Protocol (COPP) 
über das für Longhorn vorgesehene Protected Video Path Output 
Protection Management (PVP-OPM) bis hin zum Protected Video Path User 
Accessible Bus (PVP-UAB) mit Hardware-Verschlüsselung und 
Authentifizierung. Von Verhandlungsspielraum war da keine Rede mehr: 
Ohne stets auf dem neuesten Stand gehaltene Verschlüsselung kommen 
keine hochauflösenden Inhalte in den Media Center PC.  

Dabei ist es den Studios nicht nur gelungen, ihre Bedingungen zu 
diktieren, sondern auch deren Einhaltung zu kontrollieren. Für den US-
Markt müssen alle Sicherheitsmaßnahmen von CableLabs zertifiziert 
werden, einer von den Content-Anbietern betriebenen Organisation. 
Solange ein Produkt im Zertifizierungsprozess ist, muss die 
Weiterentwicklung ruhen -- dies werde die Entwicklungsprozesse 
spürbar verlangsamen.  

Da die Verträge mit den Filmstudios vorsehen, dass die Hardware-
Hersteller und Treiberentwickler für Sicherheitslöcher in ihren 
Implementierungen haften, müssen die Treiber auf Anhieb allen 
Anforderungen genügen und gegen Manipulationsmöglichkeiten gefeit 
sein (tamper resistance). Da die Unterhaltungsindustrie der PC-
Industrie keine konkreten Vorgaben gemacht hat, müssen die Entwickler 
ihre eigenen Ziele setzen und auf eine Bestätigung durch die 
Zertifizierungsstelle hoffen.  

Für die Hardware-Hersteller steht einiges auf dem Spiel, nicht nur 
das Logo "Designed for Windows Media Center". Kompromittierte Systeme 
können das Recht auf Wiedergabe verlieren, indem ihr Schlüssel 
gesperrt wird. Dies gelte es, unbedingt zu vermeiden, da Anwender 
andernfalls erdulden müssten, dass ihre teuer erworbene Hardware auf 
einmal nicht mehr läuft.  

In der Fragerunde am Ende des Vortrags stellte sich Seth David Schoen 
von der Electronic Frontier Foundation (EFF) ans Mikrofon und 
wunderte sich über den herrschenden Fatalismus und wollte wissen: 
Warum haben sich Microsoft und die großen PC-Hersteller mit derart 
haarigen Bedingungen abgefunden? Als Antwort konnte Paul Levinthal 
die Anwesenden nur beschwören: Es sei wichtig, dass die PC-Plattform 
nicht von HD-Inhalten ausgeschlossen werde. "I don't know what else 
to say." Wesentlich deutlicher fiel die Botschaft der 
Entwicklergemeinde aus: Auf Seth Schoens Frage folgte spontaner 
Applaus. (ghi/c't)  



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